Montag, 20. April 2009
(Blaubuch 003) Der Wiedehopf, oder: Ein ungewöhnlicher Fall
Johannes befand sich einmal auf einer Wanderung und kam an einen Wald. In einem alten Baum fand er ein Vogelnest mit sieben Eiern, die den Eiern der turmschwalbe glichen. Aber dieser Vogel legt nur drei Eier, also war es nicht sein Nest. Da Johannes ein großer Eierkenner war, sah er bald, daß es die Eier des Wiedehopfs waren. Er sagte sich also: der Wiedehopf muß hier in der Nähe sein, wenn die Bücher auch behaupten, er komme hier nicht vor.
Nach einer Weile hörte er ganz richtig die berühmten upp, upp, upp des Wiedehopfes. Da wußte er, daß der Vogel da war. Er versteckte sich hinter einem Stein, und blad erblickte er den gesprenkelten Vogel mit seinem gelben Kamm.
Als Johannes nach drei Tagen heimkerhte, erzühlte er seinem Lehrer, daß er den Wiedehopf auf der Insel gesehen habe. Der Lehrer glaubte es nicht, sondern verlangte Beweis.
‒ Beweis? Meinst du zwei Zeugen?
‒ Ja!
‒ Gut, ich habe zweimal zwei Zeugen, udn die stimmen überein: meine beiden Ohren hörten ihn, und meine beiden Augen sahen ihn.
‒ Mag sein, Aber ich habe ihn nicht gesehen, antwortete der Lehrer.
Johannes bekam den Namen Lügner, weil er nicht beweisen konnte, daß er den Wiedehopf an der und der Stelle gesehen hatte. Aber es war doch eine Tatsache, daß der Wiedehopf dort vorkam, wenn es auch für diese Gegend ein ungewöhnlicher Fall war.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen